Videovertrieb mit Künstler-Management

Pressespiegel - Blickpunkt Film - 28.07.2017

Videovertrieb mit
Künstler-Management
Seit einiger Zeit baut WVG Medien mit seiner Kreativzelle
VERY US YouTube-Stars auf (...) 

 

Jenseits der Major Studios zählt WVG Medien zu den wichtigsten Vertriebsorganisationen im deutschsprachigen Videomarkt. Wichtigste Funktion: Filme und
Serien auf physischen Trägermedien an den Handel  auszuliefern.  Wenn  also, wie zuletzt geschehen, die neueste Sherlock-Staffel, eine Lizenz der Schwesterfirma polyband Medien (...) vordere Positionen in den DVD- oder Blu-ray-Kaufcharts bekleiden, dann hat das auch mit dem Vertriebs-Knowhow der WVG-Mitarbeiter zu tun. Als Tochter der Splendid Medien AG vertreibt das von Alexander Welzhofer geführte Unternehmen zahlreiche Titel der konzernzugehörigen Repertoire-Gesellschaften, aber auch selbst lizensierte Produktionen und nicht zuletzt die von vielen anderen Programmlieferanten. Die Splendid Film ist bereits seit Jahren als etablierter Aggregator für digitalen Content aufgestellt und mit videociety wird  eine  VoD-Plattform in den eigenen Reihen betrieben. Doch der digitale Wandel des Unternehmens lässt sich nicht nur an den  Aktivitäten der Schwesterfirmen ablesen, er vollzieht sich zusätzlich an anderer Stelle. Anfang 2012 wurde innerhalb der WVG die hausinterne Abteilung VERY US gegründet. Zunächst als reine Musikdivision, um die auf filmische Inhalte ausgerichtete Splendid-Firmengruppe mit Musik anzureichern. Ohnehin haben Musikthemen bei WVG eine längere Tradition: Vor der Umfirmierung im Jahr 2004 hieß das Unternehmen Warner Vision Vertriebs GmbH und war ein Geschäftsbereich von Warner Music Germany. Verantwortlich für die WVG-Divsion VERY US ist Dennis Grimm, der seit 2009 für das Unternehmen tätig ist und im Juni zum General Manager befördert wurde. Seine Aufgabe besteht vor allem darin, Strategien für jegliches Neugeschäft der WVG zu entwickeln. Und dabei spielt VERY US eine zentrale  Rolle. (...) als Agentur und Kreativzelle für Social Influencer Marketing, einer vergleichsweise jungen Unterdisziplin modernen Marketingma nagements, das die Bedeutung von sozialen Netzwerken und besonders dem Videoportal YouTube erkannt hat. Was sind überhaupt »Influencer«? Grimm sagt: »Influencer sind Personen, die aufgrund ihrer hohen Reichweite entsprechenden Einfluss auf ihre Follower bzw. Abonnenten nehmen. Einzelne Internet-Stars haben deutlich mehr Subscriber als beispielsweise die Auflage der ›Bild‹-Zeitung. Sie wirken somit meinungsbildend und können daher auch gut Werbebotschaften in bestimmte Zielgruppen trans- portieren. Ihre Kommunikationsplattformen sind Snapchat, Instagram, Twitter, Facebook, musical.ly und natürlich You- Tube.« Influencer und YouTuber sind keine Synonyme, aber im aktuellen Sprachgebrauch häufig identisch. Sie heißen Dagi Bee, LeFloid oder Die Lochis. Ihnen folgen mehrere Millionen Menschen. Ihr größtes Kapital ist Authentizität und daraus folgend eine Glaubwürdigkeit, die sie für die Altersgruppe der Zehn- bis 30-Jäh rigen extrem interessant macht. Ihr größtes Talent: Vor einer Kamera flüssig Geschichten aus dem eigenen Leben zu erzählen, Pranks zu inszenieren, Comedy zu produzieren oder Ratschläge für den Lebensalltag zu geben. Dennis Grimm bezeichnet sie als »Creators«, weil ein You-Tuber ohne kreatives Potenzial und ei gene Produktionskompetenzen kaum denkbar wäre. Mit 40 solcher Creators hat VERY US in den letzten zwei Jahren die intensive Zusammenarbeit begonnen.
»VERY US beruht auf zwei Säulen: Dem Aufbau von Talenten und der Konzeption von Markenkooperationen. Dabei verstehen wir uns als Künstler-Management und Digital-Agentur«, so Grimm. Heißt konkret: VERY US-Mitarbeiter suchen nach jungen Talenten, die bereits eine  solide  Gefolgschaft  oder  spannende Content-Idee vorweisen können, aber noch nicht den endgültigen Durchbruch erzielt haben. »Sie erhalten zunächst einen Vertrag mit relativ kurzer Laufzeit, der beiden Seiten die Möglichkeit einräumt, die Partnerschaft zu beenden. Beide Seiten müssen sich wohlfühlen.« Die Aufgabe von VERY US besteht dann darin, den aufstrebenden Creators praktische Tipps zu geben. Das kann die Optimierung des Channels, der Vorschaubilder und allgemeine Design-Aspekte betreffen. Oder auch die Beachtung juristischer Spielregeln. Das wichtigste sei jedoch, gemeinsam herauszufinden, worin genau das kreative Potenzial des einzelnen Creators besteht, und wie er sich seine Karriere als Influencer vorstellt. »Wir sprechen deren Sprache und wollen als Künstler-Manager behilflich sein, ihr vorhandenes Talent zu formen«, beschreibt Grimm die Funktion von VERY US gegen- über seinen Vertragspartnern. Diese tragen Künstlernamen wie justCaan, Annikazion, Bodyformus, Arman! oder Selina Mour. Sie bedienen unterschiedlichste Entertainment- und Lifestyle-Themen in ebenso unterschiedlichen sozialen Netzwerken. Sie singen, spielen Sketche, dokumentieren ihren Alltag und machen Comedy, sie präsentieren die Einkäufe ihrer letzten Shopping-Tour, berichten über die besten Lidschatten-Farben oder sprechen über Ernährungs- und Fitness-Themen. Damit ist die Themen-Bandbreite nur unzureichend erfasst, erst recht die der Ausdrucksformen, denn jedes VERY US-Talent kann natürlich originäre Varianten vorweisen, sich in Szene zu setzen. (...)
Ein ganz zentraler Aspekt im VERY US-Konzept ist  die  Zusammenführung der jungen  Creator  mit  werbetreibenden Unternehmen, die ein Produkt in einer konkreten Zielgruppe bekannt machen wollen. Das können Unternehmen aus der eigenen Branche sein. (...) Social Content Marketing im VERY US-Kontext  bedeutet also das Entwickeln  von  Konzepten, die Auswahl geeigneter Influencer sowie Produktion und Reporting. »Wichtig dabei ist vor allem, den passenden Creator zu finden, der vertrauenswürdig eine Marke repräsentierten kann«, erklärt Grimm. Nichts wäre verhängnisvoller, als einen Influencer mit einer Marke zu konfrontieren, die er nicht glaubwürdig vertreten könne. Mittlerweile haben die VERY US-Influencer unter anderem für (...) Schokoriegel, Uhren, Getränke und eine Netflix-Serie geworben. Dass Produktplatzierung in YouTube-Clips und den sozialen Netzwerken ein heikles Thema sein kann, weiß Grimm nur zu genau. »Wir kommen daher unserer Kennzeichnungspflicht ohne Einschränkung nach: Der Creator selbst weist ausdrücklich daraufhin, dass sein neuer Clip mit Unterstützung des jeweiligen Unternehmens entstanden ist.« Seiner Erfahrung nach werde eine Markenkooperation von den Usern akzeptiert, sofern die Authentizität darunter nicht leide. Letztlich können die VERY US- Creators für nahezu alles werben, »was junge Menschen interessant finden«. VERY US beschränkt sich jedoch nicht auf werbetreibende Unternehmen. Der junge Geschäftsbereich versteht sich auch als Türöffner in die gesamte Medienwelt. Ein wichtiges und hochaktuelles Projekt sei beispielsweise der Aufbau der Künstlerin Selina Mour, Grimm zufolge eine überaus erfolgreiche
»Muserin«. Der Begriff bezieht sich auf die Smartphone-App musical.ly, die in Deutschland von 8,5 Mio. Usern genutzt werde. Musical.ly ist eine Videoplattform für das Erstellen und Teilen von kurzen Videos. Dabei wählen die Nutzer aus Millionen Songs ein Lieblingslied aus und können ein Lip-Sync-Video produzieren, welches mit der Community geteilt werden kann. Selina Mour folgen auf musical.ly mehr als eine halbe Million Menschen. Am 14. Juli veröffentlichte sie ihre erste Single Hold Me, die speziell für die musical.ly-Community geschrieben und produziert wurde. Der Song schaffte es auf Platz eins der musical.ly-Charts. »Am Ende des Jahres wird Selina Mour voraussichtlich ein komplettes Musikalbum herausbringen. Das zeigt, was Influencer erreichen können«, sagt Grimm, der mit seinem Team die Single-Veröffent-lichung über Monate vorbereitet  hatte. Ein anderes Projekt, das nicht von ihm verantwortet wird, aber seine größte Aufmerksamkeit genießt, ist die Produktion eines Kinofilms mit dem niederländischen YouTube-Star Djamila und vielen weiteren Influencern. Die Highschool-Komödie Misfit wird von Splendid Film koproduziert (...).  Dennis Grimm hat an einigen Meetings mit dem Produktionsteam teilgenommen und war bei Dreharbeiten dabei. Für ihn ist die Benelux-Kinoproduktion ein weiteres Beispiel dafür, was im Einzelfall für Creators möglich ist: »Ab einer gewissen Reichweite stehen jungen Talenten sehr viele Türen offen. Unsere Aufgabe ist es, diese gemeinsam zu identifizieren und die relevanten Kontakte herzustellen.«
VERY US bietet seinen Creators also konkrete Perspektiven, die weit über das Kinderzimmer hinausreichen, in denen manche der Jungstars ihre Videos drehen. Creator Bodyformus wird im Herbst beispielsweise erstmalig auf Bühnentour durch deutsche Metropolen gehen. »Wir sprechen hier über Digital Natives, deren Geburtsort als Influencer das Internet ist. Sie alle eint, ihn auch mal verlassen zu wollen«, erklärt Grimm die Vision seiner Schützlinge. Was er meint: Der parallele Auftritt in einer TV-Sendung, die Mitwir kung in einem Kinofilm, das eigene Musikalbum, Buch oder die Bühnenshow: Dies sei sehr häufig das Ziel aller Anstrengungen. Auch ein Grund, weshalb VERY US sich  dem  Thema  Fanevent  verstärkt zuwenden will. Und noch mehr Merchandising betreiben möchte: »Für manchen YouTuber ist es am Anfang schon eine große Sache, wenn wir T-Shirts mit seinem Namensaufdruck produzieren.« (...)JÖRG RUMBUCHER

 

 


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