Hollywood-Stars eröffnen das Hamburger Filmfest

Pressespiegel - Hamburger Abendblatt - 28.09.2016

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Bereits am Vortag der Eröffnung spazieren Connelly und McGregor (...)durch die Hotelgänge des Grand-Elysée-Hotels und geben Interviews im Minutentakt zu "Amerikanisches Idyll". (...) McGregor gibt mit diesem Werk, der Verfilmung eines Philip-Roth-Romans, sein Regiedebüt und spielt die Hauptrolle gleich mit, Connelly brilliert in der Rolle der gebrochenen Ehefrau und Mutter. (...)

Die Geschichte von Pulitzerpreisträger Roth erzählt vor dem Hintergrund amerikanischer Nachkriegsgeschichte vom Zusammenbruch einer Vorzeigefamilie: Seymour Levov, von allen nur "der Schwede" genannt, gilt in Newark, New Jersey, als Sportskanone und Mädchenschwarm, später übernimmt er die Handschuhfabrik des Vaters, heiratet Dawn, die ehemalige Miss New Jersey und wird Vater einer hübschen Tochter. Aber die im Titel beschworene Idylle währt nicht besonders lang.(...)

McGregor erzählt, dass der Film für ihn im Kern vom Verlust einer Tochter handelt. Von einer komplizierten Vater-Kind-Beziehung in der Auflösung. Dieses Thema habe ihn beim Drehbuchlesen gefesselt – zumal seine eigene Tochter zum damaligen Zeitpunkt kurz vor dem Auszug aus dem Elternhaus stand. Ähnlich war es bei Jennifer Connelly, die die Rolle vor allem deshalb annahm, weil sie berührt war von der Mutterfigur, die den Kontakt zu ihrem einzigen Kind verliert. Dawn droht vor Trauer wahnsinnig zu werden, beginnt eine Affäre mit einem Künstler und stellt ihr Leben komplett auf den Kopf. Der Film braucht nur wenige Großaufnahmen von ihrem Gesicht, um den ganzen Schmerz deutlich zu machen, der auf dieser einst für ihre umwerfende Schönheit bewunderten Frau lastet. (...)

"Ich wollte immer schon Regie führen, aber habe bislang nie den richtigen Stoff gefunden. Dies ist genau der Film, den ich machen wollte", schwärmt McGregor. Mit dem Werk auf Festivals zu Gast zu sein, empfindet er als große Ehre: "Wir könnten auch einfach nur irgendwelche Premieren machen. Aber auf einem Festival zu laufen, macht die Vorführung zu etwas sehr Besonderem." Sitzt man Ewan McGregor gegenüber, sind da so viele verschiedene Film-Gesichter, die aus ihm sprechen. Er ist die "Trainspotting"-Ikone, der Obi-Wan Kenobi der "Star Wars"-Saga, Roman Polanskis "Ghostwriter". Er ist zudem die einzig vorstellbare Besetzung für Seymour Levov – ganz einfach darum, weil man sich keinen anderen Schauspieler denken kann, der Trauer so facettenreich, so wortlos, so mitreißend rüberbringen kann wie er. "Amerikanisches Idyll" ist ein trauriger und zugleich höchst fesselnder Film, der zeigt, dass Menschen auf Tragödien niemals vorbereitet sind.(...)


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